Geschichte

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Vor- und Frühgeschichte

Die ersten Ansiedlungen in unserem Raum gehen bis zur Alt- und Mittelsteinzeit (4000 v. Chr.) zurück, was Funde beim Dachsholz, beim Baierner Holz sowie auf den Sandbuckeln bei Wagenhofen beweisen. Weitere Funde bei Rohrenfels, Wagenhofen und Ballersdorf lassen darauf schließen, daß auch hier während der Bronzezeit Menschen gesiedelt haben. Dies beweist ein ganz außergewöhnlicher Skelettfund, der 1989 den Archäologen am Rande des Donaumooses beim Gschwollerberg bei Rohrenfels gelang. Im gleichen Jahr wurden weitere Funde (ein Töpferofen) an der Ergertshausener Straße gemacht.

Die Gemeinde Rohrenfels

Sechs Kilometer südlich von der Kreisstadt Neuburg an der Donau, an der Strasse, die über Pöttmes nach Augsburg führt, liegt die Gemeinde Rohrenfels. Seit der Gebietsreform im Jahre 1978 besteht sie aus den 3 ehemaligen selbstständigen Gemeinden Rohrenfels mit den Weilern Baiern und Isenhofen, sowie den Einöden Krelles- und Fesenmühle, Wagenhofen mit dem Dorf Ergertshausen, den Siedlungen Neustetten und Doferhof und Ballersdorf. Rohrenfels wird von dem Sinninger Mühlbach durchflossen, der 1,5 Kilometer östlich in den Längenmühlbach mündet. Bei der Erklärung des Namens Rohrenfels könnte man an einen vorhandenen Felsen denken, aber in der gesamten Gemeindeflur ist keiner zu finden. Die Gemeinde grenzt vielmehr am Westrand an das Donaumoos und öffnet sich westlich dem auslaufenden Hügelland des Lechrains. Der Ortsname läßt sich nur von der Geschichte her deuten, denn um die Mitte des 12. Jahrhunderts wird der Ort erstmals als "Rohrbach" bezeichnet und erst nach 1300 taucht zum erstenmal der heutige Name auf. Er bedeutete aber soviel wie die Siedlung am Bach, dessen Ufer mit Rohr oder Schilf eingewachsen war. Gemeint ist damit der heutige Mühlbach, der in seinem Lauf einige Mühlen getrieben hat (Kastl- ,Fesen-, Krelles- und die Rohrenfelser Mühle). Um Verwechslungen mit einem anderen Rohrbach auszuschließen, ist wohl von den adeligen Besitzern der Namenswechsel vorgenommen worden.

Entstehung

Rohrenfels erscheint im Urbar der Marschälle von Pappenheim 1214 und noch 1280 als "Rohrbach" . Die Pappenheimer und seit 1248 die Wittelsbacher besaßen hier 4 Höfe, Hirtschaft, Taferne, Mühle und Kirchensatz. Im Zusammenhang mit der Erbauung einer festen Burg durch die Inhaber des Sedelhofes" (Meierhof) um 1300 änderte sich der Ortsname in Rohrenfels. Er ist zum erstenmal in einem Teilungsvertrag der Herzöge von Bayern überliefert. Damit war Rohrenfels Hofmarksitz einer niederadeligen Herrschaft. Dadurch kam Rohrenfels auch zu einer Schloßanlage. Ausgangspunkt war der Turmhügel,der im früheren Schloßgarten des heutigen Schloßgebäudes liegt. Alles zusammen war mit einem Graben, der heute noch zu erkennen ist, umgeben. Wann das letzte Schloß vor dem heutigen Schloßgebäude errichtet wurde, ist nicht bekannt.
Hofmarksherren - Geschlechterfolge:
1270 - 1337 von Rohrbach
1337 - 1390 von Judmann - von Seckendorf - von Freyberg
1404 - 1437 von Parsperg
1534 - 1545 Ottheinrich
1545 - ab (Rambspeck)
1618 -1832 Taxis
1832 - an den Staat gefallen und nach häufigem Wechsel an die Familie Kempfle verkauft.

Daten der Pfarr- und Kirchengeschichte

Die Kirche zu Rohrbach (Rohrenfels) Mariä Heimsuchung wird 1214 erstmals erwähnt. Die Pfarrei, Kirchensatz und Widdum kamen 1384 an die Deutsch-Ordenskommende Blumenthal (bei Aichach), die das Patronat bis 1805 ausübte. Chor und Turm der Kirche könnten um 1425/30 errichtet worden sein. Ein Neubau der Kirche erfolgte 1858. Renovierungen erfolgten 1828, 1934 und 1941/42.

Zu einem Pfarrhof gehörten früher auch Ställe und ein Stadel, denn die Pfarrer mussten damals von kleinen Abgaben der Dorfbewohner, sowie den Einkünften ihrer Landwirtschaft, die sie selber betrieben oder verpachtet hatten, leben. 1601 erfolgte ein Neubau des Pfarrhofes, der erst 1976 abgerissen wurde.

1807 stürzte der Kirchturm ein
1829 gehörten zur Pfarrei Rohrenfels 439 Seelen
1906 gehörten zur Pfarrei Rohrenfels 575 Seelen
1926 der Kirchturm bekommt ein Kupferdach
1942 3 Glocken (davon eine von Baiern) werden kriegsbedingt eingeschmolzen
1945 der Kirchturm in Rohrenfels wird von einer Granate getroffen
1950 3 neue Glocken werden wieder geweiht
1989 ein Leichenhaus wird gebaut, der Friedhof renoviert, eine Kirchenheizung installiert

Zur Pfarrei Rohrenfels gehörten neben den Pfarrort noch das Dorf Ergertshausen, die Einöden Doferhof und Krellesmühle, und das Kirchdorf Nähermittenhausen. 1550 kam die kleine Nachbarpfarrei Baiern mit Isenhofen und der Fesenmühle dazu. Von 1542 - 1612 war Rohrenfels evangelisch.

Wagenhofen

1275/78 treten Wagenhofen und Ergertshausen ins Licht der Geschichtsschreibung ein. Im Salbuch des Herzogs Ludwig des Strengen werden sie als Bestandteil des Kastenamtes Neuburg erwähnt. In Wagenhofen war kein Ortsadel ansässig, deshalb gibt es auch wenig Unterlagen über diese Zeit. Nur vereinzelt finden sich Zeugnisse von Hofübergaben, Verkäufen, Besitzurkunden, Aufstellungen über Abgaben und Zehenten, über Gilten oder Originalbriefen.

Pfarrei und Kirche

Zur Pfarrei Wagenhofen gehören die Orte Ballersdorf, Altmannstetten, Sehensand, Hardt, Neustetten und der Kahlhof. Früher gehörten auch noch Kreut und die Beutmühle dazu. Erst 1590 wurde ein Pfarrhof erbaut und ein eigener Pfarrer für Wagenhofen eingesetzt. Das Patronatsrecht für die neue Pfarrei hatte der Herzog von Neuburg. Vorher wurden die Kirche von Wagenhofen und Sehensand durch Helfer der Neuburger Frauenkirche versorgt. Die Kirche selber ist dem St. Martin geweiht und geht auf das 15. Jahrhundert zurück.

1661 wurde der alte Pfarrhof durch einen neuen ersetzt
1796 und 1800 wurde die Pfarrkirche durch die französische Armee geplündert
1805 noch einmal eine große Belastung durch französische Truppen
1854 wurde der Pfarrhof renoviert
1878 Renovierung der Kirche
1923 Renovierung der Kirche
1937 Erweiterung der Kirche
1962 und 1983 weitere Renovierungen

Ballersdorf

Ballersdorf - angeblich benannt nach dem Geschlecht der Palders - war ein alter Besitz des Herzogs von Bayern, der 1505 zum Herzogtum Neuburg kam. Bei der Errichtung des Benediktinerinnen-Klosters in Neuburg im Jahre 1000 durch Herzog Heinrich IV. von Bayern schenkte er das Dorf Ballersdorf diesem Kloster, zu dem es bis zur Aufhebung 1552 gehörte. Somit trug Ballersdorf mit seinem Grund und Boden für den Unterhalt des Klosters bei und kann auf eine 1.000-jährige Geschichte zurückblicken. Mit der Gründung der Pfalz Neuburg fiel Ballersdorf an die Hofkammer. 1614, nach der Gegenreformation kam das Kloster und somit auch Ballersdorf bis 1781 in den Besitz der Jesuiten. Von da an gehörte es zur Großballei der Malteser in Neuburg. 1819 wurde Ballersdorf eine eigenständige Landgemeinde, jedoch ohne Schule. Kirche und Schule waren in Wagenhofen.
Einwohnerzahlen:
1808 - 116 Personen
1900 - 129 Personen
1946 - 154 Personen
1999 - 225 Personen

Baiern

Baien war früher mit Isenhofen und der Fesenmühle eine eigene Pfarrei und wurde um 1550 der Pfarrei Rohrenfels zugeschlagen. Das Patronatsrecht an der früheren Pfarrkirche hatte ein Regensburger Benediktinerkloster. Es gab hier auch einen Pfarrhof, in dem zeitweise auch die Rohrenfelser Pfarrer wohnten. Die St. Andreaskirche stammt aus der 1. Hälfte des 15. Jahrhunderts. Die Turmobergeschosse sind jüngeren Datums. Auch hier waren im Laufe der Jahrhunderte Renovierungen nötig, die letzte erfolgte 1979. Von 1542 bis 1616 war Baiern protestantisch.
Insgesamt waren in Rohrenfels 28 katholische und 7 evangelische Pfarrer nachgewiesen.

VG Neuburg

Die Verwaltungsgemeinschaft Neuburg mit Sitz in Neuburg besteht aus den Gemeinden Bergheim und Rohrenfels. Mit Einrichtung dieser Verwaltungsgemeinschaft konnte die politische Selbstständigkeit beider Gemeinden beibehalten werden, da beide Gemeinden die geforderte Mindestgröße von 1.800 Einwohnern pro Gemeinde nicht erreichten. Die Gemeinde Bergheim besteht seit dem 1.5.1978 aus den drei ehemals selbständigen Gemeinden Attenfeld (mit dem Igstetter Hof), Bergheim (mit dem Weiler Hennenweidach) und Unterstall.
Mit Wirkung vom 1.5.1978 wurde auch die Gemeinde Rohrenfels neu gebildet, und zwar aus den drei ehemals selbständigen Gemeinden Ballersdorf, Rohrenfels (mit den Weilern Baiern und Isenhofen sowie der Krelles- und Fesenmühle) und Wagenhofen (mit dem Dorf Ergertshausen, dem Weiler Neustetten und der Einöde Doferhof).


Eine detaillierte Chronik liegt in der Verwaltungsgemeinschaft bereit.